19.12.2019

Briefe



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ID: 13986 Brieftext


Geschrieben am: Montag 13.05.1878
 

Berlin d. 13 Mai 1878.
Liebste Frau Schoene,
ich hab mit dem Portier seines Sohnes halber gesprochen, und es stellte sich heraus daß das Institut, von dem Ihr lieber Mann sprach dasselbe ist, wo er bereits war und entlassen wurde, weil er noch Eltern hatte. Vorstudien hat er also schon gemacht, kann das Blindenlesen, hat auch einige Musikstunden gehabt, und ist, soweit es bei seinem Zustand möglich ist, in den Schulwissenschaften gut bestellt. Sein Vater sagt, er habe überhaupt leichte Fassungsgabe. Könnte nun Ihr verehrter Mann etwas thuen, daß er in dem Institut wieder aufgenommen würde, so wäre es gewiß ein großes Glück für die armen Menschen. Der Name des Portier ist Knoblauch, er ist Schuster. Ich erhielt heute eine Nachricht der zufolge ich schon Anfang nächster Woche fort muß, aber ich hoffe sicher Sie, liebe, beste Frau Schoene, noch zu sehen.
Von ganzem Herzen
Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schöne, Helene, geb. Härtel, gesch. Wigand (1394)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
520f.
 



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