19.12.2019

Briefe



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ID: 14468 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 05.10.1852
 

Düsseldorf d. 5 Octbr. 1852
Verehrtester Herr,
vor wenig Tagen aus dem Seebade zurück gekehrt beeile ich mich, da mein lieber Mann, obgleich um Vieles wohler, doch noch Anstrengungen meiden muß, in seinem und meinem Namen für Ihren freundlichen Brief zu danken, und Ihnen zu sagen daß sich Robert ein Vergnügen daraus macht Ihnen seine Partitur zu überlassen, was ja von Anfange an nicht anders seine Absicht war; er wünschte Dieselbe nur zur Durchsicht der Correcturen wozu er sich immer am liebsten seiner Original-Partituren bedient. Sie erhalten Dieselbe zurück sobald er sie nicht mehr bedarf. – Eine große Bitte hat nun aber Robert an Sie. Er will nämlich den Manfred am 18ten November hier im Concert aufführen, und läßt Sie bitten, ob Sie ihm wohl vom 1–14 Nov. die Orchester und Chorstimmen, sowie die einzeln ausgeschriebenen Rollen leihen wollten? Dasselbe zu dem Zweck hier ausschreiben zu lassen, würde zu viel kosten. Im Falle eines freundlichen Ja würde er Sie um Sendung des Werkes bis zum 1ten Nov. bitten. Wir haben es sehr bedauert daß ein so trauriges Ereigniß Ihr Kommen an den Rhein verhindert hat! wollen Sie Ihrer verehrten Frau Mutter wohl meinen freundlichen Gruß sagen? Ob sie sich meiner noch erinnern wird bezweifle ich freilich, ich aber besinne mich sehr wohl noch auf die Räume von rue proveure 63, wo ich sie öfter besucht habe.
Robert grüßt Sie recht freundlich, und bittet mit mir uns der Frau Fürstin angelegentlich zu empfehlen. Er hofft doch nun bald einmal wieder selbst an Sie schreiben zu können! –
Wie immer mit Verehrung
Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Liszt, Franz (964)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
191f.
 



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