19.12.2019

Briefe



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ID: 14512 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 25.06.1891
 

Frankfurt a/M. d. 25 Juni 91
Lieber Herr Doctor,
innigsten Dank Ihnen und Ihrer lieben Frau für Ihre so herzliche Teilnahme an unserem so großen Verluste. Es ist sehr hart seinen Sohn in der Blüthe der Jahre zu begraben, der im Leben schon keine ungetrübte Stunde mehr genoß, was mir ein besonders tiefer Kummer ist. Der Himmel gebe uns nur einige Freude an den Enkeln, die ja nun ganz und gar unseren Sorgen überlassen sind! –
Mein Befinden hat sich wohl in Baden etwas gebessert, die Witterung war aber gar so ungünstig. Ich hoffe nun von Franzenbad und Ober-Salzberg, freilich in meinem Alter werden die Hoffnungen in Allem sehr beschränkt, man entbehrt vieles und darf nur wenig mehr hoffen. Meine Kinder danken Ihnen Beiden mit mir, und wir wünschen Ihnen alles Gute zum Sommer, und uns die Freude Sie bald mal wieder hier zu sehen – wäre es nur mal länger! –
In alter treuer Gesinnung
Ihre
ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
Empfänger: Schöne, Richard (1395)
Empfangsort: Berlin
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
553f.
 



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