19.12.2019

Briefe



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ID: 14816 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 05.04.1892
 

d. 5 April 1892.
Liebe, verehrte Frau Baronin,
endlich so weit wieder hergestellt, daß ich selbst einige Worte schreiben darf, säume ich nicht Ihnen unsere wärmste Theilnahme an den schweren Verlusten, die Sie erlitten, auszusprechen. Es wäre längst eine meiner Töchter zu Ihnen gekommen, aber Eugenie ist sehr krank gewesen, und erholte sich nur langsam, und Marie hatte in den letzten Wochen zwei Kranke zu pflegen. Ich aber, darf ja noch keinen Besuch machen. So muß ich Ihnen denn schriftlich meinen Dank für Ihre warme Theilnahme während meiner Krankheit sagen, hoffe aber doch, Sie machen mir noch einmal vor meiner Abreise nach dem Süden die Freude eines Besuches, dann kann ich Ihnen noch die Hand dankbarst drücken. Eugenie geht nächste Woche, obwohl noch sehr schwach, nach Pallanza, ich will ihr Ende d. M. folgen, denn ich brauche Luft und Wärme.
Meine Töchter empfehlen sich Ihnen angelegentlichst, und ich bin, liebe, verehrte Frau Baronin
Ihre
Ihnen von Herzen ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Rothschild, Mathilde (2809)
  Empfangsort: Frankfurt am Main
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
680
 



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