19.12.2019

Briefe



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ID: 17256 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 05.12.1854
 

Meine Depesche hat Sie, verehrte Freundin, hoffentlich beruhigt über mein Eintreffen; ich werde am 9ten noch Abends hier abreisen. Wäre ich erst in Berlin und hälfe das Concert-Gewicht tragen! Wohnung bitte ich einstweilen nicht zu besorgen; ich habe eben an Herman Grimm darüber geschrieben. Wüßte ich doch, wie es Ihnen am Concert-Abend zu Muthe war! Ich stecke voll Zahn- und Kopf-Weh; trotzdem übe ich fleißig, um Ihnen keine Unehre zu machen. Lassen Sie uns einstweilen unsere Freude am Programm haben; das erste ist sehr schön; über das 2te schreibe ich morgen und schlage einige Aenderungen vor – heute ist nicht Zeit für mich. Nur noch so viel: wollen Sie statt der E dur Sonate von Bach lieber die 2te in Adur spielen (weil ich mich jetzt erinnere daß Sie ihr als wir bei Preußers einmal musicirten, den Vorzug gaben) so ist es mir eben so lieb. Der Fis mol Canon muß wunderschön mit Ihnen klingen. Bis auf weitere Nachricht morgen
Ihr
verehrter, treuer
Concert-Leidtragender,
College, und Lehrer
der höhern Ortographie [sic]
Joseph Johachimm [sic].

Soll ich Bülow ein Empfehlungsbriefchen schicken, damit er Sie besucht?

Frau Klara Schumann
Berlin
Leipziger-Straße. 109a/1 Treppe

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
160f.
 



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