19.12.2019

Briefe



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ID: 17262 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 14.03.1855
 

Vom 14ten Mz 55

Da Sie mich so sehr auszanken meiner Zerstreutheit wegen, so darf ich wohl auch einmal thun, als ob ich böse wäre! Warum haben Sie mit der Überreichung der letzten Danziger Einnahme nicht gewartet, bis wir uns wiedersahen? Die lästige Aufzeichnung unserer geschäftlichen Ausgaben, der Sie sich mit wahrer Heldenhaftigkeit unterzogen haben, wäre dann bei einer Tasse Chocolade und einer Cigarrette meinerseits in ein gemüthlicheres Gespräch verwandelt worden, um das Sie, meine gewissenhafte Freundin, mich nun gebracht haben! Eins aber behalte ich mir vor, dem Juristen Herrn Johannes Brahms in Düßeldorf zur Entscheidung vorzulegen: ob ich nicht von Rechts wegen (da der Flügel zu meinen Solo-Sachen, die ich ohne Klavier nie spielen könnte, eben so nöthig gebraucht wurde, wie zu Ihren Sachen) die Transport-Kosten mit tragen müßte --

Am 18ten März.
Diese wenigen veralteten Zeilen schicke ich als Quittung mit; als etwas anderes bitte ich sie nicht zu betrachten.
J. J.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
195
 



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