19.12.2019

Briefe



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ID: 17285 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 03.12.1856
 

Liebe Frau Schumann,

Wehner, der die Königin beim Stunde geben alle Tage spricht will’s mit dem Flügel v. Erard übernehmen, so daß Ihnen das den Brief an die Gräfin B. erspart. Bei Ihrer ausgebreiteten Correspondenz <und> mit wehem Finger, ermangele ich nicht das mitzutheilen. Ferner sind mehrere Gründe da, Sie zu bitten, doch lieber <> ein<> anderes Datum als den 20ten d. M. zu wählen. Das Musikzimmer im Schlosse ist schon 8 Tage vor Weihnachten der Geschenke wegen die aufgebaut werden geschlossen, also privat-Musik könnte dann nicht sein, und doch wie ich durch Wehner weiß rechnen die Herrschaften bei Ihrem nächsten Kommen doppelt darauf weil die Schwester der Königin, russische Großfürstin mit Gemahl da sein werden. Außerdem ist überhaupt die Weihnachts-Zeit ungünstig, und die Königin geht dann kaum Abends aus, und würde es schmerzlich vermissen Sie zu entbehren. So Wehner, und er hat diesmal recht, obwohl etwas Egoismus mit im Spiel ist, weil er gegen Weihnacht <gern> nach Berlin in Domchor-Angelegenheiten muß, und wohl auch denkt Ihnen im Januar eher die Peri und 2te Sinfonie von Seiten der Singakademie zu biethen. Bitte überlegen Sie alles dies, und schreiben so bald als thulich das Resultat
Ihrem
eiligst
beständigen
Joseph J.

Den 4 Violinsaiten meinen herzlich ergebnen Gruß.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
303ff
 



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