19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 17344 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 28.07.1860
 

Liebe Frau Schumann

Sie sind mir, hoffe ich, nicht böse über mein heimliches Verschwinden! Aber das unterbrochene Klavierarrangement, und die Gewißheit an den armen hier wartenden Eller jedenfalls einen Tag abgeben zu müssen, hatten mich am Mittwoch früh ganz unruhig gemacht. Wie gern ich in Ihrer Nähe bin, ist Ihnen ja über Zweifel erhaben von mir bekannt! Und namentlich diesmal waren wir alle so heiter und herzlich, alle, daß mir der einsame Waggon, den ich übrigens mit knapper Noth erreichte, recht unbehaglich war. Aber es ist mir doch lieb daß ich Kraft hatte mich der lockenden Aussicht zu entziehen. Aber viel Dank bin ich Ihnen, für den schönen Tag voll Herzlichkeit schuldig. Meine Sachen, das Pult und Buch, behüten Sie mir wohl noch eine Weile. Ob wohl Johannes bald wiederkömmt; es lebt sich doch besser mit seiner Nachbarschaft! Ich habe vorgestern die Ristori hier gesehen herrlich wie immer. – Morgen will ich Ludwig und Ferd. zu einem kleinen Ausflug abholen; noch habe ich sie nicht gesehen. Ich schreibe in diesen Tagen über Messe u. Requiem wieder. Für heut mit schönsten Grüßen an Alle
der Ihrige
Joseph J.

In haste.

fr.
An Frau Dr Klara Schumann
Kreuznach.
Kl. Berliner Hof.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 19
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1828 bis 1878 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-86846-029-2
538f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.