19.12.2019

Briefe



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ID: 17380 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 07.06.1863
 

Liebe Frau Schumann!

Welch’ schönes Zeichen gleichzeitiger Gedanken, daß sich unsere Briefe neulich kreuzten! Heute kann ich endlich die Nachricht geben, daß wir Mittwoch uns vor Gott und Welt die Hände reichen. Die Trauung wird in der Schloßkirche sein. Ich hatte erst gehofft, daß sie bei Frau Detmold in aller Stille sein sollte; leider aber verzögerte sich alles Mögliche von Papieren, Erlaubnissen etc so lange, daß Frau Detmold die Reise nach Kreuznach nicht mehr aufschieben konnte. Sie würde von dort eigens hergekommen sein, wenn’s nicht gerade in den allerersten Tagen ihrer Ankunft dort wäre, wo die Kinder noch nicht eingewohnt sind. Nun werden wir nach der Kirche bei Brinckmanns sein, etwa 6 bis 8 Freunde, Kaulbachs und hoffentlich auch Johannes, dem ich noch gestern Abend Nachricht gab. – Ich spreche nicht aus, was meinem Herzen ein warm empfundener Wunsch wäre. Sie wissen’s doch! Meine Ursi muß Ihnen dieser Tage geschrieben haben. Es ist noch sehr viel zu thun; einzupacken, und Ähnliches. Wenn Sie nach Nürnberg Poste restante schreiben, so werden wir wohl gegen den 14ten Ihre Nachrichten lesen. Gedenken Sie unser manchmal und grüßen Sie die Ihrigen
von
dem treuen Freund
Joseph J.

Ursi grüßt herzlichst.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
729ff
 



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