19.12.2019

Briefe



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ID: 17453 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 06.03.1867
 

Manchester d. 6ten

Liebe Frau Schumann

Neulich Montag vergaß ich ganz Ihnen zu sagen, daß ich mit Frau Sartoris den 13ten ausgemacht habe, da Sie mir freie Hand ließen für die Woche nach dieser. Es ist ein Mittwoch. Einen Tag zu bestimmen, an welchem Sie die schöne Bilder-Gallerie des Marquis v. Hertford sehen wollen überläßt sie Ihnen ganz. Sie können Frau S. deutsch schreiben, da sie es gut versteht; ich würde es aber in lateinischen Lettern thun. Ich spiele morgen hier, und kehre Freitag nach London zurück; leider werden Sie nicht dort sein. Es ist fast so schlimm als säßen Sie in Baden und ich in Hannover, und schlimmer, denn fast fürchte ich Sie übertragen etwas vom Unbehagen der Umgebung auf einen Ihrer ältesten treusten Freunde! Fragen Sie Sich ein wenig!? – Ich habe eben an Breunung für’s Musikfest abgeschrieben, so leid mir’s thut ihm etwas abzuschlagen, aber absolute Zurückgezogenheit vom Publikum wird mir zu nothwendig sein. Ach, diese lange Trennung vom Haus ist ohnehin schon ein großes Opfer, das ich der Zukunft der Meinen bringe!
In herzlicher Sympathie
Ihr
Joachim

Schönen Gruß an Marie

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
925f.
 



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