25.02.2022

Briefe



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ID: 17532
Geschrieben am: Mittwoch 04.06.1890
 

Verehrte Frau Schumann!

Es bleibt also dabei, daß ich am Sonntag mit dem ersten Zug nach Frankfurt fahre, wie Sie richtig vermuthen; es ist ja nicht so sehr früh! Nun aber eins: ich hatte Robi Mendelssohn, da er lamentirte daß er Beethovens Concert hier drei Mal versäumt hatte, gesagt er möge mit nach Marburg fahren. Und er will es wirklich thun! und außerdem Frau Marie Benecke vorschlagen uns von Baden aus in Frankfurt zu treffen. Wenn sie nun darauf eingeht: würden Sie die beiden am Sonntag Abend bei der Musik, die wir machen zuhören lassen? So viel ich weiß mögen auch Sie die liebe, treffliche Frau, und ich hatte kein Bedenken dazu zu ermuthigen. Habe ich recht gethan? Hätten Sie, was ich kaum glaube, Bedenken, so telegraphiren Sie mir, und ich kann ohne Sie in’s Spiel zu bringen noch abwiegeln. Denn ich möchte vor allen Dingen daß mein Besuch Ihnen ganz nach Wunsch eingerichtet wird. Ich bin sehr dankbar bei Ihnen wohnen zu dürfen, und freue mich auch auf den Besuch zu Mittag bei Sommerhof’s.
Herzlich ergeben
Joseph Joachim

Ich reise Freitag Abend. Wie schön daß Sie nach der Phantasie Verlangen tragen; ich habe sie durch gespielt um sie in den Fingern zu haben.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1396f.

  Standort/Quelle:*) D-DÜhh
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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