19.12.2019

Briefe



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ID: 17757 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 31.12.1887
 

Frankfurt den 31.12.87.

Hochverehrte Frau!

Eine größere Freude, als mir durch den Empfang Ihrer lieben Zeilen bereitet wurde, konnte dieser letzte Tag des scheidenten [sic] Jahres nicht bringen. Gestatten Sie daß ich gleich herzlich dafür danke und die Glückwünsche erwiedre, die <>von Ihrer Hand gespendet, doppelten Werth für mich haben. Möchte Ihnen, hochverehrte Frau! mit dem neuen Jahre vor Allem Gesundheit und Heiterkeit der Seele beschieden sein, mit ihnen erträgt sich Alles, was das bunte Auf und Ab des Lebens bringen kann. Da mir Gesundheit unbarmherzig versagt ist und ich mich zur Heiterkeit nicht aufschwingen kann, bemühe ich mich wenigstens Gleichmuth fest zu halten und lebe von den Lichtstrahlen, welche die Theilnahme gütiger Menschen in das Dunkel meines Daseins fallen läßt. Wie dankbar ich Ihnen bin, hochverehrter Frau! für die Güte die Sie mir zuwenden, kann ich kaum ausdrücken, leider, leider auch nicht mündlich, da mir das Sprechen von Tag zu Tag schwerer wird. Albrecht hat das Fest in Potsdam bei den Kindern verlebt und kehrt wohl Montag von dort zurück. Er wird nicht versäumen, Ihnen und Ihren Fräulein Töchtern seine und meine Verehrung persönlich auszusprechen.
Mit besonderer Verehrung empfiehlt sich Ihnen
hochgeschätzte Frau!
Ihre ganz ergebene
M. Albrecht.

  Absender: Albrecht, M (9)
  Absendeort: Frankfurt
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
304f.
 



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