15.07.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 17781 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 30.12.1868
 

Mittwoch Abend d. 30 Dec. 1868
Meine liebste Fr. Schumann
Ich kann den Tag nicht beschließen, ohne Ihnen meinen nochmaligen Dank auszusprechen für das Glück u. die Freude welche Sie uns heute bereitet haben, durch Ihr wundervolles Spiel; Alle waren voll Dankes für den Hochgenuß, u. auch die weniger Musikalischen wurden ganz fortgerißen – Gott gebe, daß Ihnen diese Mühe u. Anstrengung nicht geschadet hat, ich war wirklich besorgt, Sie seien sehr angegriffen. Meine Kinder reden von nichts Anderem als von der guten Fr. Clara Schumann; Alek besonders war ganz außer sich, sogar noch eben beim zu Bettgehen über seine musikal. Eindrücke und Erinnerungen aufgeregt. – Die fehlenden Bilder des ältesten und jüngsten Sohnes folgen noch später nach! Ihre Freundlichkeit für meinen Alek hat mich so tief gerührt. Jedenfalls ersehne ich ein nochmaliges Wiedersehen ehe Sie leider schon so bald reisen, aber zu meinem Schrecken ist bereits morgen schon Sylvester- u. danach Neujahrstag, wo Alles auf Einen einstürmt u. ich garnicht weiß, wie ich Sie genießen soll, – ach wäre doch Ihr Hiersein minder flüchtig! Nochmals mit herzlichstem Dank u. Gruß
die Ihrige stets
Anna.

Donnerstag
Ich erbreche diese Zeilen nochmals um Ihnen zu sagen, daß meine Leute die unglaubliche Dummheit begangen haben diesen Brief gestern liegen zu lassen, was ich eben erfahre.

An
Frau Clara Schumann.

  Absender: Anna, Landgräfin von Hessen (39)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 78f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.