15.07.2019

Briefe



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ID: 17792 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 13.12.1882
 

Philipsruhe 13 Decbr
Daß Sie, theure Frau Schumann meiner so wohlthuend gedenken in meinem heißen Schmerze um meine kleine Unvergeßliche, ist mir mehr werth, als ichs Ihnen sagen kann! Wie lieb wird mir ein Wiedersehn mit Ihnen sein! – Nun schlage ich Ihnen vor, entweder morgen, Donnerstag den 14ten, zu kommen, oder aber erst in den Anfangstagen nächster Woche, also Montag, Dienstag, Mitwoch, ad libitum – denn übermorgen Freitag, sowie Sonnabend u. Sonntag, würden wir leider verhindert sein. –
An allen, genannten Tagen also, – z. B. morgen? – wäre mir Ihr liebes Kommen größte Freude: doch natürlich nur vorausgesetzt, daß es für Sie nicht zu kalt sein möge! denn erkälten dürften Sie sich um keinen Preis, u. wie leicht könnte dies doch der Fall sein!?
Bitte telegrafiren Sie mir nur ein Wörtchen, ob, u. wann. – Früh bis spät bin ich dann, Sie zu erwarten, jede Stunde bereit, sowohl Vor- als Nachmittags, oder gegen Abend, ganz, wie es Ihnen paßt u. Ihrem Wunsche entspricht. Was mich anbelangt, so würde ich selbstverständlich immer den größten Werth darauf legen, Sie auch zum Frühstück u. diner hier zu besitzen, das lassen Sie sich noch ganz besonders gesagt sein!
Auf Ihre lieben Töchter hoffen wir gleichfalls sicher!
Mit unwandelbarer Anhänglichkeit u. Verehrung, liebste Frau Schumann
Ihre dankbare
Anna.

meine Elisabeth empfiehlt sich aufs Herzlichste.
Die Eisenbahnzüge, (rechts oder links-mainisch,) bitte ich selbst zu bestimmen u. für Ihre Fahrt hin u. her zu wählen, damit Sie der Wagen hier, ja auf unserm Hanauer Ost- od. Westbahnhofe, erwarte! –

  Absender: Anna, Landgräfin von Hessen (39)
  Absendeort: Phillippsruhe
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 133f.
 

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