23.11.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 17801 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 09.01.1881
 

Philipsruh 9 Jan 81. 11 Uhr früh.
Liebste Frau Schumann!
Auf mein gestriges Telegramm laße ich heute noch diese Zeilen dankbarer Freude folgen; Sie sind gewiß überzeugt, daß ich nur gar zu gern Ihrer lieben, gütigen Aufforderung zu Dienstag Abend folgen werde, u. zum Voraus ganz beglückt bin, einige Stunden in Ihrer Nähe zuzubringen. Darf ich denn, außer meiner Elisabeth u. meinem armen Alek, auch Gräfin Bünau u. Dr. Klengel mitbringen? Keine Antwort Ihrerseits würde ich als freundliche Bejahung ansehen. – Es thäte mir nämlich leid, den Dr. Klengel zurück lassen zu müßen. Ihre Vorschläge sind alle so reizend, mit Ihnen zu plaudern ist mir immer das Liebste u. Herzerfrischendste; und dann noch die herrliche Musik! welche Wonne! Ob die Rothschild kommt? ich hoffe es wirklich, bin aber gespannt. – Bis zu meiner Wenigkeit hier hinaus ist sie zum mindesten leider noch nicht gedrungen. – Ach, könnten Sie uns doch Brahms’s neue, ungarische Tänze spielen, und Frl. Fillunger „Meine Rose“ noch Ein Mal singen?! es wäre entzückend.
Und nun, liebste Frau Schumann, beßtes Lebewohl! bis auf Wiedersehn übermorgen um 1/2 7 Uhr Abends! Herzlichst, Ihre dankbare
Anna.

  Absender: Anna, Landgräfin von Hessen (39)
  Absendeort: Phillippsruhe
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 119f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.