15.07.2019

Briefe



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ID: 17803 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 14.05.1887
 

Sonnabend Abend
Liebste Frau Schumann!
Vorgestern war die Großherzogin v Baden, meine cousine, bei mir und erfuhr mit tiefer Theilnahme von dem Sie u. die armen Sommerhofs betroffenen Unglück.
– Gestern schon hätte ich mich des mir gewordenen Auftrags entledigt, war aber verreist. – Meine cousine von Baden nämlich bat mich, ich möge Ihnen ihr allerwärmstes Beileid aussprechen an Ihrem Schmerz, um Ihr Enkeltöchterchen; u. Ihnen den Ausdruck wahren, aufrichtigen Mitgefühls kundthun.
Die Großherzogin ließ sich alles von mir berichten, was ich von Ihres Klärchens Tode wußte; es gingen ihr die détails sehr zu Herzen! – Nun freundlichste Gute Nacht wünschend, liebe Frau Schumann, immer die Ihrige
Anna.

– Sonntag früh. So eben, als dieses Billet an Sie befördert werden sollte, bringt mir die Post Ihr so gütiges, ausführliches Schreiben! – Tausend, beßte Danksagungen dafür! – Ein rechtes Glück wäre es ja, wenn dieser genannte junge Herr sich, möglicher Weise, wirklich eignete! – Sogleich werd’ ich meinem Sohne Alek Ihres theuren Briefes Inhalt mittheilen u. die Sache wohl mit ihm erwägen.
Nochmals innigsten Dank.
A.

  Absender: Anna, Landgräfin von Hessen (39)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 161f.
 



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