15.07.2019

Briefe



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ID: 17811 Brieftext


Geschrieben am: Montag 27.11.1893
 

Montag 27sten
Theure Frau Schumann
Empfangen Sie für Ihre mich beglückenden Zeilen u. lieben Wünsche von uns Allen tiefgefühlten Dank! Sie erlauben mir gewiß, Sie zuerst zu besuchen, freilich erst dann, wenn u. sobald, dieses später mir nur irgendwie möglich sein wird! Zunächst verlassen wir das Haus nur wenig. – Daß in meiner villa hier mir der erste, hessische Enkel geschenkt werden sollte, das war allerdings eine ungeahnte Überraschung! Und nicht das Mindeste vorbereitet. Gottlob ging dennoch alles normal u. gut von statten, u. auf grossen Schreck folgte große Freude. Mutter u. Kind unberufen sind wohl und mein Sohn ist beseeligt; – der Kleine ein reizendes, blauäugiges Geschöpfchen! wir sind alle namenlos dankbar! auch für die uns tief wohlthuende, allgemeine, freundliche Antheilnahme.
Mein Sohn u. Frau wohnten seit Anfang d. M. bei mir, daher war ich etwas gebunden, hätte Ihnen sonst schon lange meine visite abgestattet, und sehne mich recht nach einem mündlichen Austausch mit Ihnen! Ihr Gruß im Conzertsaal u. Opernhaus erfreute mich aufrichtig.
Seien Sie, liebste Frau Schumann, beßtens umarmt von Ihrer getreuen
Anna.

  Absender: Anna, Landgräfin von Hessen (39)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 202f.
 



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