15.07.2019

Briefe



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ID: 17815 Brieftext


Geschrieben am: Montag 04.02.1895
 

4 Febr. Montag
Theure Frau Schumann!
Was müssen Sie von mir denken, daß ich nicht zu Ihnen kam, Ihnen für Ihre liebe, uns letzthin geschenkte Gegenwart, für Ihr einziges Spielen, tausendfach zu danken!! – Ich hatte eben nicht brieflich, sondern mündlich Ihnen meine Herzens-Danksagung darbringen u. deßhalb stets warten wollen, daß mir erlaubt werden würde, persönlich zu Ihnen zu eilen um mich zu vergewißern, ob Ihr Hiersein Ihnen auch nicht nachtheilig gewesen, Ihrer theuren Gesundheit nicht geschadet. – Leider durfte ich, bei dieser Kälte, während der ganzen Woche nicht aus dem Hause; machte gestern den ersten Versuch, der mir nicht sonderlich bekam. – So bleibt mir [leider] denn nur die Feder, Ihnen für Ihre Güte u. Liebe meine tiefe Erkenntlichkeit zu übermitteln. Daß Sie, und nun gar durch Ihr vollkommen unvergleichliches Spiel, – uns so beglückend wohlgethan, ist nun der Licht- u. Glanzpunkt, an dem wir noch lange freudig zehren.
Bitte, lassen Sie mir durch Marie Nachricht von Ihrem lieben Ergehen und Befinden gütigst zugehen u. behalten Sie etwas lieb Ihre Ihnen unwandelbar ergebene
dankbare Anna.

  Absender: Anna, Landgräfin von Hessen (39)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 212f.
 



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