15.07.2019

Briefe



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ID: 18002 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 21.06.1885
 

Ddf 21.6.85.
Liebste Freundin!
Die Briefe Ihres l. Mannes habe ich durchblättert – leider reichte die Zeit nicht aus zu mehr! – und ich kann nur sagen ich freue mich darauf sie dereinst ordentlich zu lesen. Sie geben ein herrliches u anziehendes Bild! Meine Bedenken gegen die ersten Briefe möchte ich auch kaum festhalten! Vielleicht geben sie, gerade wie sie sind, der Welt, in der wir jetzt leben, einen Anstoß zu einer Gefühlsseeligkeit die ihr ganz abhanden gekommen zu sein scheint u wirken so als Gegenmittel gegen die Verstandsseeligkeit in Kunst u Leben. Also immer los!
Mag Heyse sie auch noch lesen u seine Meinung sagen, aber Viele würde ich nicht mehr fragen. Hoffentlich sind Sie u Eugenie glücklich u ohne Beschwerden wieder angelangt u haben Marie wohl gefunden. Ihr Aufenthalt hier war uns u, mir besonders, eine rechte Herzensfreude; freilich! wenn ich ordentlich mit Ihnen hätte verkehren können, das wäre noch etwas andres gewesen. Man muß aber zufrieden sein! Wir reisen in ein paar Stunden und ich habe bis jetzt noch gepinselt u muß nun packen, damit Lida nicht gar zuviel zu helfen hat. Also verzeihen Sie die Eile mit den besten Grüßen von uns Beiden. Aus Berlin haben wir gute Nachrichten. Otto reist heute mit Mariechen u Fr. Erdhütter nach Königswinter.
Ihr E Bendemann

  Absender: Bendemann, Eduard (174)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 316f.
 



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