23.11.2019

Briefe



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ID: 1804 Brieftext


Geschrieben am: Montag 02.01.1843
 

Leipzig, den 2ten Januar 1843.
Mein theurer Freund,
Einen freundlichen Gruß und Glückwunsche zu 1843 wollte ich Ihnen heute nur schicken durch unsre anmuthige Freundin Elisa, die Ihnen mehr von uns erzählen wird.
Vielleicht sehen wir uns auch bald in Berlin. Schreiben Sie mir doch so bald als möglich ein Paar Zeilen, wie lange Sie in Berlin bleiben. Wir hätten große Lust, hinzukommen; es geht aber nicht vor dem 12ten. Meine Frau hätte wohl auch Lust, eine Soirée in B. zu geben. Würden Sie da vielleicht so freundlich sein, mit ihr ein Duo zu spielen? Daß sie dann auch in Ihren eigenen Conzerten mit wirken würde, versteht sich. Ich habe ein Quintett geschrieben; dies sollte meine Frau vielleicht auch in B. spielen; ich würde mich freuen, wenn Sie es hörten – es macht eine recht frische Wirkung. Auch ein Quartett für Pianoforte pp, und ein Trio hab’ ich fertig – aber noch nicht gehört. Bis zu unsrer Ankunft in Berlin weiß [?] ich aber alles in Ordnung zu bringen, damit Sie’s kennen lernten – ich weiß
ja, Sie lieben manches an meiner Musik – drum nennen Sie mich nicht unbescheiden.
Frl. Elisen werden Sie wohl in ihren Unternehmungen freundlich beistehen; es ist ein nobles Mädchen. Hätte sie nur Gelegenheit, öfter öffentlich zu singen. Es fehlt ihr noch an Muth und Keckheit und Gewandheit, was alles zum Virtuosen gehört. Das durchschauen Sie aber alles selbst.
Adieu, mein theurer Liszt! Nehmen Sie freundliche Grüße von meiner Frau und schreiben uns gleich ein paar Worte
Wie immer
Ihr
R. Schumann.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Liszt, Franz (964)
  Empfangsort:
  SBE: II.5, S. 137f.
 

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