19.12.2019

Briefe



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ID: 18044 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 20.03.1894
 

Düsseldorf den 20. III. 1894.
Hochverehrte Frau!
Nehmen Sie meinen wärmsten Dank für Ihre wohlthuenden Zeilen der Theilnahme an dem schlimmen Unglück, das mein Schiff u. damit mich betroffen hat. Mögen Sie aus meinem verspäteten Dank nicht auf die Herzlichkeit meiner Gefühle, die mich an Sie und die Ihrigen knüpfen, schließen. Ich war dermaßen mit dienstlicher Schreibarbeit überhäuft, dß die Privat-Correspondenz darunter nothwendig zu leiden hatte. Sehr leid ist es mir, dß ich nicht in der Lage sein werde, Ihnen hier in Düsseldorf persönlich meinen Dank auszusprechen. Ich habe meine beiden ältesten Töchterchen für die Osterferien zur Großmama gebracht, muß aber selbst schon am Donnerstag nach Kiel zurück, wohin mich nicht nur dienstliche Pflichten, sondern auch leider der stets leidende Zustand meiner Gattin, die nicht so lange allein gelassen werden darf, zurückrufen. Wie gern hätte ich nach so langen Jahren einmal wieder die hochverehrte Frau, die so innig mit meinen Jugendjahren verbunden ist, gerade hier in Düsseldorf, begrüßt.
Meine Mutter die natürlich auf’s Beste grüßt, freut sich unendlich auf Ihr Kommen u. hofft doch, trotzdem Sie nicht die Freude haben wird, Sie bei sich beherbergen zu dürfen, auf recht viele Stunden ungestörten Beisammenseins.
Von meiner Gattin, die weiß, daß ich Ihnen von hier aus schreibe, darf ich die freundlichsten Grüße u. auch ihren Dank für Ihr freundliches, theilnahmsvolles Gedenken hinzufügen.
Ich verbleibe stets Ihr Ihnen
treu ergebener
Felix Bendemann

  Absender: Bendemann, Felix (175)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 471f.
 

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