19.12.2019

Briefe



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ID: 18551 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 10.04.1880
 

Hochverehrte gnädige Frau

da ich ja doch nicht zu Ihnen kann – so erlauben Sie mir mit diesen wenigen Zeilen, Ihnen recht herzlich für Ihre Mühe, Ihre große herzerquickende Liebenswürdigkeit – Ihre himmlische Kunst – zu danken. Wahrlich ich weiß nicht Worte zu finden, um Ihnen die Empfindungen der Verehrung und Bewunderung die Sie jedem durch sich selbst, und Ihre Kunst abringen müßen voll und <v> ganz auszusprechen denn wie man gerade am Wenigsten redet – wenn man am tiefsten von Etwas ergriffen ist – so suche ich vergebens nach Worten um Ihnen das zu sagen was ich so gerne sagen möchte: Dank!
|2| Wie sehr würd ich mich freun, könnte es mir jemals gelingen Ihnen in meiner Kunst und durch diese zu beweisen – wie sehr Sie mich zum <r>Ringen und Schaffen angefeuert denn das ist ja gerade das gemeinsame geschwisterliche Band aller Künste, daß sie sich gegenseitig beleben. Dienstag gnädige Frau – spiel ich den „Narciss“ eine Rolle von der für mich viel abhängt. Darf ich hoffen Sie in der Vorstellung zu sehn? Bitte um nur zwei Zeilen und ich sorge für gute Vorderplätze.
Mit vorzüglicher Hochachtung und Gruß Ihr dankbarer
Karl Hermann

Fkt a/M. 10/4 80.

  Absender: Hermann, Karl (679)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
631f.
 



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