19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 18585 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 24.05.1882
 

Mittwoch. 24/5.

Theuerste Frau, bald unsre liebe Wirthin! Wir kommen also wirklich Freitag oder Sonnabend je nachdem wir fertig werden bei Ihnen an, freuen uns kindisch auf Sie, die Mädchen Ihr Haus u. alles, alles. Seien Sie nicht bös daß wir noch immer nicht genau den Tag sagen können, wir sind aber abgehetzt durch eine kl. Aufführung von Mendelssohns Heimkehr die wir Frau Wach zu Ehren grade in diesen letzten Tagen veranstalten mußten u. die durch allerlei Mißgeschick <>besonders viel Schererei machte. Heut Abend in einer halben Stunde geht sie los u. morgen muß
ich nun mit aller Packerei fertig werden – ich glaube es ist unmöglich. Später wie Sonnabend kommen wir aber in keinem Fall, natürlich telegrafiren wir noch. Sie glauben nicht welche Freude es uns ist daß wir endlich den alten alten Wunsch erfüllen, Sie Liebe u. wie gut wir’s finden daß das Schicksal es uns vergönnt. Ueber alles was Sie uns vorsetzen, Menschen oder was es sonst sei können wir uns nur freuen, aber mit Ihnen zu sein u. nicht die beste Zeit auf Fremde zu verschwenden ist uns natürlich das Liebste. Zu der Sonate habe ich keine Courage ich beherrsche das Stück gar nicht u. da schäme ich mich immer für meinen lieben Mann, aber wir bringen <S> sie mit um Sie [sic] Ihnen zu zeigen. Ich liebe sie weil ich sie überhaupt mag, aber auch weil sie mit dazu verhalf daß wir nach Frankfurt können, Heinrich sagte gleich als er sie u. noch einiges verkauft hatte – „so damit können wir zu Frau Schumann fahren, Juchhu“.
Grüß Sie Gott ich muß eilends schließen.
Innig umarmt Sie in Verehrung u. Liebe
Ihre vergnügte
Lisl H.

  Absender: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
486f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.