19.12.2019

Briefe



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ID: 18601 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 19.12.1884
 

19 Dec. 84.

Ich kann der Versuchung nicht widerstehen, Ihnen, theuerste verehrteste Frau, dies Stücklein zu schenken. Sie wissen gar nicht, wie lange ich schon um Sie herumgehe, und was für eine unverhoffte Freude Sie mir in Berchtesgaden gemacht, als Sie so gütig mit meinen Serbischen Mädchen waren! Sie fallen mir so oft beim Schreiben ein, dass ich wirklich hoffen darf, es Ihnen Einmal recht zu machen, wenn auch vielleicht noch nicht mit diesem Ding. Und das sagen Sie mir gewiss aufrichtig und lustig, wenn’s Ihnen nicht gefällt. Glauben Sie mir, ich vertrage darin mehr, als wie der schlechteste meiner Schüler, auch liegt mir gar nichts daran, wenn ich einmal kleinen Leuten gefalle; darin bin ich grässlich ehrgeizig, und werde nicht ruhen, bevor Sie einmal Amen gesagt haben, und nachher erst recht nicht!
Dass ich das liebe Christkind mit diesem Auftrage behellige, ist vielleicht recht dumm; ich weiss mich aber auf anderem Wege nicht einzuschmuggeln, und wünsche gleichzeitig recht fröhliches Fest!
In aufrichtigster Verehrung
Ihr
Herzogenberg

  Absender: Herzogenberg, Heinrich Freiherr von (692)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
568
 



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