19.12.2019

Briefe



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ID: 18607 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 02.09.1885
 

Ich kann den fraglichen Satz nicht anders verstehen als so: „Jener griech. Leichts. der etc, – – ist gut; u. fällt ganz in die Zeiten die für uns verloren sind.“ (in die Zeit der Verlorenen kann nur ein Lapsus sein, u. <>kann meiner u. Heinrichs Meinung nach nur obigen Sinn haben.[)] Jener gr. Leichts. ist gut scheint uns besser als: „ist angenehm“ u. es ist durchaus kein Widerspruch etwas gut zu finden aber unter der Bedingung daß es nicht ausarte. Dasselbe kann man vom Stolz, von der Großmuth von allem Möglichen an sich <>Guten sagen. Bitte lassen Sie Liebe uns genau wissen wie lang Sie oben bleiben u. wann wir hoffen dürfen Sie etwa hier zu sehen, denn leider wird es sehr fraglich, ob wir Sie oben besuchen können, da unsre Verwandten bis Sonnabend blieben. Sie schreiben bis 6. blieben Sie gewiß, Sonnabend ist aber schon der 5te u. wir wissen nicht ob wir nach der Verwandten Abreise noch hinaufkommen können, – eine kleine Station bei Stengle projektiren Sie nicht? Das wäre freilich das Schönste. Danke für den Wink an Hildebrands, ich theile es heute dorthin mit. Die guten Menschen waren sehr traurig Sie nicht mehr besuchen zu können, aber unschuldig die Frau hatte Angst sich an jenem schwülen Tage anzustrengen da sie sich schonen muß, u. nachzuholen war nichts mehr vor lauter Packen u. Kinderhüten, da sie ja auch keine Bonne mehr hatte. Ich bin nur froh daß Ihre Büste zu Stande kommen wird. Meine sehr Gelungene ist leider fort mit ihrem Schöpfer.
Ade Liebe, bestimmt hofft auf nahes Wiedersehen oben oder unten,
Ihr altes Lisl.

Einen Gruß an Fräul. Oser falls sie sich meiner noch erinnert.

  Absender: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
600ff.
 



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