19.12.2019

Briefe



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ID: 18614 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 09.08.1887
 

Dienstag. Liseley.

Theure Liebe,

Für den Fall daß ich heute Abend doch nicht abkomme um Sie zu begrüßen, sende ich diesen Gruß der Ihnen wenigstens sagen soll, mit wie inniger Freude wir dem Wiedersehen mit Ihnen entgegensehen; es wird ein Lichtblick in unsrem sonst jetzt traurigen Leben sein. Es geht leider gar nicht vorwärts mit meinem Armen Kranken, u. fast freue ich mich schon auf unsere demnächstige Abreise u. das Leben in der Anstalt (in welche ich Gottlob mit aufgenommen werde!) Denn in dieser Verfassung meinen theuern Heinrich sehen u. nichts helfen können, überhaupt nichts geschehen sehen zu seiner Erleichterung, ist eine große Pein! Man bedarf in solcher Zeit, daß wenigstens Versuche zur Heilung gemacht werden, deshalb ist die Ruhe hier nur ein zweifelhafter Genuß, so schön es heuer auch ist u. so sehr dem lieben geduldigen Mann sein Hausl gefällt.
Also wenn ich kann, komme ich heute u. begrüße Sie in der Post – aber wenn ich nicht komm’ so wissen Sie daß ich nicht konnte u. denken liebreich an uns.
Morgen also jedenfalls sind wir ein paar Stunden beisammen u. das werden gute sein für
Ihre treu ergebenen
Herzogenbergs

  Absender: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Absendeort: Liseley
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
656f.
 



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