19.12.2019

Briefe



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ID: 18648 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 12.09.1893
 

Theuerste Frau Schumann!

Wie schön, dass ich heute ganz zufällig in den Kalender guckte, da komme ich doch noch mit meinen wärmsten Geburtstagswünschen zurecht! Ich küsse Ihre lieben beglückenden Hände und danke Ihnen recht von Herzen für Ihre treue Freundschaft die uns erhob und stolz machte; und danke Ihnen jetzt noch ganz besonders für die treue lebendige Erinnerung, die Sie meinem armen Lisl bewahren. Ich liebe und verehre Sie nun für zwei, und wenn ich nun Alles Gute für Sie erflehe, kann der Himmel nicht gut widerstehen!
Recht betrübt hat mich Ihre Absage; ich will aber trachten sie zu verstehen und nicht murren. Nächsten Juni halten Sie mich schadlos, nicht wahr? Wir haben noch herrliche Tage und geniessen sie auf grossen Wanderungen mit den lieben Spitta’s, die uns schon in 3 Tagen verlassen. Wie hübsch war’s 1889 in Baden – wir beide so wohl und munter, ein neues Leben beginnend, und Sie so gütig und lieb wie immer! Der Nachgenuss einer so reichen Vergangenheit ist wohl das bischen Weiterleben werth.
Grüssen Sie Ihre lieben Töchter auf’s herzlichste! Helene H. schliesst sich meinen Wünschen für Ihr ferneres Wohl an, und morgen poculiren wir auf Ihre Gesundheit!
In alter Treue und Verehrung
Ihr
Herzogenberg

Heiden, 12. Sept 93

  Absender: Herzogenberg, Heinrich Freiherr von (692)
  Absendeort: Heiden
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
804f.
 



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