19.12.2019

Briefe



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ID: 18661 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 19.02.1891
 

Berlin, den 19. Februar

Teure Frau Schumann,

Ich sorge mich um Sie, da ich leicht anzunehmen geneigt bin, dass es allen Menschen so wenig gut geht wie mir. Ich liege nun schon über 5 Wochen zu Bett mit meiner Herzstörung und erlebe einen Rückfall nach dem andern trotz Vorsicht und Ruhe. Jetzt hat Dr. Schmidtlein, der leider selbst die ganze Zeit krank war, mir jede Bewegung und Beschäftigung verboten, weshalb ich mich einer befreundeten kleinen Pfote bediene, – Nichte Adolf Hildebrands, die während Heinrichs Abwesenheit, (der das Requiem am 22ten in der Thomaskirche aufführt) mich pflegt. – Dass besagter lieber Hildebrand den grossen Brunnen in München auszuführen bekommen <>hat – eine schöne, ihn sehr erfreuende Aufgabe – werden Sie schon erfahren haben. Er ist gegenwärtig bei Fiedlers in München. Wie geht es Ihrer lieben Schülerin Ilona, die einzige Klavierspielerin, die mir diesen Winter Freude bereitet hat wogegen ich das Klavierbeest Carregno in wahre Wut versetzt hat. Solche Wesen soll man wie Leoparden einsperren. Wie muss Ihnen erst bei solchen Erscheinungen das Herz bluten<,>! doch ich muss schliessen und küsse Ihnen in aller Verehrung die Hände.
Ihre Liesl.

Tausend Grüße den lieben Kindern. Wie gehts Ihrem Ferdinand?

  Absender: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
746f.
 



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