15.07.2019

Briefe



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ID: 18731 Brieftext


Geschrieben am: 22.10.1878
 

22. 8br 78.
Verehrte, liebe Freundin!
Nehmen Sie mit wenig Worten unsern allerherzlichsten Glückwunsch zu dem seltenen Feste, welches Sie in diesen Tagen feiern. Als einen bleibenden Ausdruck unserer Gesinnung wollen Sie das beifolgende Schriftstück ansehen, dessen Text von mir und im Namen meiner Frau u dessen Illustration von meinem Sohne Eduard herrührt, der Ihnen [so] treuergeben ist wie wir.
Gott sei mit Ihnen u. all den Ihren u. erhalten Sie uns Ihre treue Freundschaft.
Julius Hübner
für Pauline u Eduard.

verte
Ihrer verehrten Freundin Olivia Frege den besten Gruß u Bitte um Entschuldigung wegen Belästigung.
JH.

[Beilage]
An Clara Schumann
Heut blickst Du fünzig Jahre schon zurück
Auf ein der Tonkunst ganz geweihtes Leben!
Zum höchsten Ziel gerichtet war Dein Streben,
Im Reich des Wohllauts fandest Du Dein Glück.
Denn ew’ger Liebe gütiges Geschick
Hat Dir den gleichgestimmten Freund gegeben,
Auf Himmelsklang den Brautkranz Dir zu weben –
Er schied von Dir, ein flücht’ger Sonnenblick!
Du musztest [sic] ihn aus Deinen Armen lassen
Und ein unsäglich Weh ergriff Dein Herz –
Doch blieb die Kunst Dir, edel Dich zu fassen.
Was Alles auch das Leben Dir geraubt,
Des Künstlers Seele weiht der Erdenschmerz
Und heil’ger Lorbeer kühlt das Dulderhaupt!

  Absender: Hübner, Julius (747)
  Absender-Institution:
Absender Ort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.6, S. 642f.
 



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