19.12.2019

Briefe



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ID: 18836 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 16.03.1879
 

Liebe, verehrte Frau Schumann!

Mit großer Theilnahme und Trauer hat mich der Verlust erfüllt, der Sie und die Ihrigen so tief getroffen. Ich erfuhr durch Mr Burnand davon, zu einer Zeit, da ich selbst körperlich sehr leidend war, und manche Stunde dachte ich an meinen armen, geistig so reich angelegten Pathen, den sich zu Ihrer Erquickung entfalten zu sehen mir nicht gegönnt sein sollte.
Das waren wohl ernste, trübe Zeiten in Ihrem neuen Heim! Wer dörfte sich da vermessen etwas zu Ihrem Troste sagen zu wollen, oder zu glauben daß eines noch so warmen Freundes Existenz Ihnen und den Ihrigen jetzt etwas sein könne! Vielleicht kommen wieder Tage in denen die Musik Sie lindernd zu freundlichern Gedanken führt; möchten Sie dann auch mancher guter Tage nicht vergessen, in denen wir neben einander geweilt und mir ein Zeichen dessen geben.
In alter herzlicher Ergebenheit
Joseph Joachim

Sonntag, d. 16ten März 1879.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1188
 



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