19.12.2019

Briefe



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ID: 18847 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 31.12.1884
 

Breslau, d. 31. Decbr Morgens.

Verehrte Freundin!

In kürzester Zeit führt mich der Zug nach der Richtung zu Ihnen; aber leider nicht weit genug! Ich spiele morgen in Weimar, im Neujahrs-Concert bei Hof, ein seit Jahren unerfülltes Versprechen zu halten. Meine Gedanken fliegen aber voran, um Ihnen am 1ten zu sagen, was allerdings ich darf fast sagen ein tägliches Gebet für mich ist, die innigsten Wünsche für Sie und Ihre Lieben. Die schönsten Variationen auf ein warm empfundenes Thema, in Dur und Moll sind meine Gedanken an Sie. Möchte ich doch bald hören, daß Sie den Arm nicht in einer Schlinge zu tragen brauchen, wie wohl einige Tage der Fall war. Werden wir denn in Frankfurt etwas musiciren können, wenn ich komme? Ich lege mein gestriges Programm bei, das sehr gut gieng. In herzlicher Ergebenheit und Verehrung
J. J.

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort: Breslau
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1274f.
 



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