19.12.2019

Briefe



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ID: 18856 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 01.01.1888
 

Am 1ten Januar 1888.

Liebe, verehrte Freundin!

Es hat mich gerührt, daß Sie so getreulich meinen Musiker-Anfängen nachgeforscht, und ich bin wirklich von Herzen dankbar! Nun weiß ich’s doch auch; ich hätte es nicht herausgekriegt: es ist allzulange her, daß ich ein Eck’sches Doppelconcert und Pechatschek’sche Variationen über den Schubertschen Trauerwalzer spielte. Ein paar Jahre möchte ich schon noch mitmachen, auch geigend – darum reise ich auch am 5ten zu Metzger, der meinen Fingerzustand (wenn ich nicht gleich dazu thue) nicht für unbedenklich hält. Er meint mich in 3 Wochen noch wieder herstellen zu können. Zwar kann ich spielen, aber mit Schmerzensmahnungen. Heute habe ich gleich zu Tagesanfang Ihrer gedacht, wie Sie sehen, und wir werden’s noch am Abend<,> bei dem immer schöner erscheinenden Doppelconcert, recht innig Sie herbei wünschend, thun! Tausendfach schöne Wünsche und Grüße Ihnen und allen lieben Ihrigen. Gott gebe ein baldiges Wiedersehen
Ihrem
in alter Treue
ergebenen
Vasallen
Joseph Joachim

  Absender: Joachim, Joseph (773)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1332f.
 



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