19.12.2019

Briefe



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ID: 19073 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 18.04.1871
 

Theure Mme. Schumann!
Es ist zu grausam, es ist zu schändlich, Sie von Ihre Andenken geraubt! es kann einem das Herz zerschneiden so! es giebt wohl eine Hölle für die bösen, bösen Menschen. Wenigstens giebt es eine Entfernung von Gott – und das ist Hölle genug. Ich kann mir nun unmöglich nicht den Wunsch entsagen Sie zu bitten, theure Freundin, diese beifolgende kleine Brosche freundlichst von mir anzunehmen und es Donnerstag tragen. Die alte Königin von Schweden gab mir dieselbe vor vielen Jahren und da ich ein Armband und Sachen noch mehr von ihr besitze so brauchen Sie nicht darüber sich zu quälen und wäre es mir eine so wahre und große Freude zu wissen daß Sie etwas von mir haben. Man hat ja so viel von Ihnen und Ihrem Manne empfangen, daß es ja verzeihlich ist, wenn man den tiefen Wunsch hegt Ihnen ein kleines äußeres Zeichen der Liebe und Verehrung zu geben, und kaufen könnte ich nichts um Sie es zu geben – das ginge nicht mit meine Gefühle zusammen. Diese Brosche habe ich viel getragen. Oh! wie leid es uns thut daß Sie bestohlen worden sind!
In warmer Liebe
Ihre
Jenny Lind-Goldschmidt.

  Absender: Lind, Jenny, verh. Goldschmidt (953)
  Absendeort: London
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
 



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