15.07.2019

Briefe



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ID: 19086 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 21.05.1854
 

Hochgeehrte Freundin,
Schon lange ist es mir angelegen meine wahrhafte und getreue Verehrung für Robert Schumann durch die Widmung eines Werkes auszusprechen. Wenn dies auch erst jetzt geschieht in so trüben und peinlichen Tagen für Sie, so hoffe ich doch dass Sie meine freundschaftliche Intention freundschaftlich aufnehmen.
Mehrmals glaubte ich dass Sie mir beide in Weimar ein paar Tage schenken würden. Nun da dazu keine Aussicht ist, will ich nächstens wieder zu Ihnen kommen – Roberts Clavier Gesang’s und Orchester Werke sind in Weymar mit erfreulichem Ernst und wachsendem Verständniss aufgeführt und er hat hier sowie anderwärts in den letzten Jahren dass bessere Publikum für sich gewonnen. Unser vortreffliches Quartett hat mehreres von Ihm, in den Quartett-Conzerten, gebracht, wo auch Martha Sabinin vor einigen Wochen ganz ordentlich dass 1te Trio (was ich zuerst von Ihnen so meisterhaft in Dresden gehört) gespielt –
Zur nächsten Theater Saison werde ich die Genoveva einstudieren. – Wir können die Oper jetzt ganz gut besetzen und eine Aufführung comme il faut herstellen.
Erlauben Sie mir noch, sehr verehrte Freundin, ein paar andre von meinen letzteren Composition der Sonate beizufügen, und behalten Sie stets in gutem Angedenken
Ihren
ganz aufrichtig ergebenen
F. Liszt

Weymar 21 Mai 1854.

  Absender: Liszt, Franz (964)
  Absendeort: Weimar
  Empfänger: Schumann, Clara / Schumann, Robert (1435)
  Empfangsort:
  SBE: II.5, S. 195f.
 



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