19.12.2019

Briefe



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ID: 19301 Brieftext


Geschrieben am: Montag 11.08.1856
 

Hochverehrte Frau!

Mit wie tiefem Schmerze ich die Nachricht von dem erschütternden und unersetzlichen Verluste vernommen, der Sie und zugleich die ganze musikalische Welt durch den Tod Ihres unvergesslichen Gatten betroffen hat, wissen Sie zwar ohne diese Zeilen, dennoch aber drängt es mich, Ihnen in wenigen, aber herzlichen und aufrichtigen Worten die Versicherung meiner innigsten Theilnahme auszusprechen, wenngleich ich weiß, daß meine schwachen Worte nicht im Stande Ihren Schmerz zu lindern oder Ihnen Trost zu geben. Der Himmel aber wird Ihnen den tiefesten Trost gewähren in dem herrlichen Bewusstsein, dem Manne, den Tausende von Künstlern verehren, lieben und beweinen, das Höchste und Theuerste gewesen zu sein, was die Erde für ihn hatte. Auch meine Frau läßt Ihnen durch diese Zeilen das Herzlichste sagen und mit dem Wunsche, verehrte Frau, daß Sie diese Zeilen als aus aufrichtigstem Herzen kommend gütig aufnehmen und daß Sie mir, als einem der wärmsten und innigsten Verehrer Ihres verewigten Gatten ein freundliches Andenken bewahren, verbleibe ich in wahrster Verehrung
Ihr herzlich ergebener
Carl Reinecke

Berlin.3 d. 11 August 1856.

Frau Dr Clara Schumann, geb. Wieck
in
Düsseldorf
frei.

  Absender: Reinecke, Carl (1243)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
754f.
 



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