19.12.2019

Briefe



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ID: 19441 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 16.02.1881
 

BERLIN W KURFÜRSTENSTRASSE 81
16 Febr. 1881
Hochverehrte Frau Doktor,
Sie haben mir erlaubt, Ihnen einmal von Helenens Ergehen Nachricht zu geben: Gott sei Dank, dß ich melden kann, dß sie sich recht gut befindet u ihre Wochen wohl zu überstehen scheint. Sie war ganz im Anfang und wieder Ende vergangener Woche von rheumatischen oder Nervenschmerzen heimgesucht, die sie einige Tage recht angriffen: sie sind aber jetzt so gut wie gehoben u. seitdem sie wieder ruhige Nächte hat, befindet sie sich recht gut. Auch die Kleine ist munter u die Amme, die wir gefunden haben, scheint anzuschlagen, so dß wir viele Ursache haben froh u dankbar zu sein. Haben Sie Dank, dß Sie unser freundlich gedenken, wie wir nicht aufhören schmerzlich zu empfinden, dß Sie nicht mehr hier weilen.
Für Ihre englische Reise die besten Wünsche!
Mit herzlichen Empfehlungen an Ihr Fräulein Tochter in wahrer Verehrung
Ihr ganz ergebenster
R. Schöne

N.B. dß Sie Sich nach meinem Titel erkundigen ist allzu viel Ehre für dieses Anhängsel amtlicher Existenz. Ich bin im vergangenen Jahre zum Generaldirektor der k. Museen ernannt worden u habe in Folge dessen den Haupttheil meiner bisherigen Thätigkeit im Ministerium abgegeben, die Veränderung in meinen Geschäften ist groß, schließt aber glücklicher Weise im Großen u Ganzen eine Erleichterung in sich.
dO.

  Absender: Schöne, Richard (1395)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
530
 



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