19.12.2019

Briefe



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ID: 19460 Brieftext


Geschrieben am: Montag 18.10.1880
 

Liebe Frau Schumann!

Hiermit erlaube ich mir, Ihnen eine Violinsonate resp. Sonate für Violine und Clavier zu freundlichster Durchsicht vorzulegen. Es würde mir ein große Freude sein, wenn Ihnen das Stück ein wenig gefiele. Jedenfalls bitte ich um Ihr Urteil darüber. Auch möchte ich Sie ersuchen, mir zu sagen wie ich das Tempo des 2t und 3t Satzes bezeichnen soll. Der Charakter des langsamen Satzes ist Adagio, aber er darf nicht verschleppt werden und wenn ich die einzelnen Viertel zähle, ist’s wohl eher Andante! Schreibe ich Presto über den 3t Satz, so nehmen ihn die jungen Leute gleich so schnell, daß man nichts mehr versteht. Soll ich einfach agitato drüber schreiben? Sagen Sie mir auch darüber Ihre Meinung wenn ich bitten darf. Grüßen Sie Ihre Töchter u. auch die kleine Ernestka u. seien Sie der Hochachtung u. Freundschaft versichert
Ihres ergebenen
B Scholz

Breslau 18 Oct. 1880.

Meine Frau schwärmt in Hannover und Berlin; sonst würde sie grüßen lassen.

  Absender: Scholz, Bernhard (1392)
  Absendeort: Breslau
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
85f.
 



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