19.12.2019

Briefe



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ID: 19564 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 10.06.1891
 

Krmhbl 10t Juni 91.
Geliebte theure Freundin
Schon längst hatte ich mir vorgenommen Ihnen einmal selbst zu schreiben, u Ihnen zu sagen: wie dankbar u tief gerührt ich stets bin, dß Sie in all Ihren lieben Briefen immer so liebevoll meiner gedenken u dß ich mit inniger Liebe stets Ihrer gedenke u von ganzem Herzen an Allem Theil nehme was Sie geliebte Frau Schumann – u die Kinder betrifft. Ihr letzter Brief an Elisabeth, hat mich tief bewegt u betrübt dß Sie sowohl selbst leidend, als auch so schweren Kummer um den armen Ferdinand haben, den ich ja seit langen Jahren theile, nun hat Gott ihn erlöst von seinem Leiden u Ihnen bleibt das tiefe Weh um sein verfehltes Leben. Das ist wohl der größte Schmerz den das Mutterherz treffen kann u möge Gott Sie trösten u daß die hinterbliebenen Kinder glücklicher werden! Auch Marie u Eugenie spreche ich mein tiefstes Mitgefühl aus, Gott hat den beiden geliebten Mädchen eine große schwere Aufgabe für ihr ganzes Leben aufgegeben – die Sorge für diese armen Kinder – möchten diese es ihnen lohnen u tüchtige Menschen werden! Helfe Ihnen Gott dazu – meine geliebte, hochverehrte Freundin, dieß wünscht Ihnen Ihre
bis in den Tod getreue alte Freundin
Anna Storch gb Werner.

  Absender: Storch, Anna, geb. Werner (1554)
  Absendeort: Krummhübel
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
725f.
 



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