19.12.2019

Briefe



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ID: 19586 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 09.02.1895
 

Frankfurt a/Main, 9ten Februar 1895.

Hochverehrteste Frau Doktor!

Verzeihen Sie, wenn ich noch einmal auf den Gegenstand zurückkomme, welchem ich Ihre so freundlichen Worte von gestern zu verdanken habe. Ich bin mir der Aufgabe bewußt, an der Künstlererziehung Ihres und Ihres verewigten Gatten Enkels so mitzuwirken, daß er einst seinem Namen und den Traditionen, welche dieser bedeutet, Ehre mache. Es geht mir als Künstler gegen jedes Gefühl, für die Mitwirkung an solcher Aufgabe irgend welches Honorar anzunehmen. Sie werden mir, hochverehrteste Frau, deßhalb gewiß gern willfahren, wenn ich diese Worte in das Gewand einer herzlichen Bitte an Sie kleide. Ich hoffe aufrichtig, Sie gewähren mir dieselbe, |2| auch des alten Spruches bewußt, daß der Kleriker vom Kleriker keinen Zehnten nehme und ich will es Ihnen herzlichst im Voraus danken, wenn Sie dieses das letzte Wort in einer Angelegenheit sein laßen, in welcher Sie immer auf meine ganze Hingabe zählen können. Meine liebe Frau erwiedert mit mir Ihre liebenswürdigen Grüße auf das Freundlichste, und so verbleibe ich in steter Verehrung
Ihr ergebenster
Anton Urspruch.

  Absender: Urspruch, Anton (1610)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
1078
 



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