19.12.2019

Briefe



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ID: 19712 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 01.11.1892
 

Hochverehrte Frau,
Ihre warmen, liebevollen Worte haben mir und meiner Tochter, die jetzt in meinem Hause meine einzige Stütze wird, außerordentlich wohlgethan und es drängt mich Ihnen das recht innig und herzlich auszusprechen. Meine entschlafene Frau hegte für Sie die tiefste und aufrichtigste Verehrung, und auch ich zähle es zu den glücklichsten Fügungen meines Lebens, daß es mir vergönnt war, mir Ihr so gleichbleibendes gütiges Wohlwollen zu erwerben. Auch Ihnen hat das Leben schwere Wunden geschlagen; darum wissen Sie, wie es jetzt in meinem Innern aussieht. Viel kann mir das Leben nicht mehr bieten; aber zu den wertvollsten Gütern, die es gespendet hat, gehört die Freundschaft und Teilnahme edler und bedeutender Menschen, zu denen ich emporschaue. Nehmen Sie diese schlichten Worte als ehrliches Bekenntnis eines tief gerührten Herzens und bewahren Sie mir Ihr freundliches Wohlwollen. Auch Ihrer Fräulein Tochter sende ich einen warmen Gruß.
In treuer Verehrung Ihr
Wendt.

  Absender: Wendt, Gustav (1687)
  Absendeort: o. O.
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 14
Briefwechsel Clara Schumanns mit Mathilde Wendt und Malwine Jungius sowie Gustav Wendt / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-86846-025-4
369
 



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