15.07.2019

Briefe



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ID: 19794 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 14.10.1865
 

Verehrte Frau.
Auch mir wird die Zeit recht lang. Montag hoffe ich nun gewiß zu kommen! Seit 14 Tagen bin ich jeden Vor- und Nachmittag im Theater beschäftigt, was mir auch meines Vaters wegen, den ich den größten Theil des Tages allein lassen muß, unangenehm ist. Wir reisen um 9 ¾ Uhr ab, gehen auf das alte Schloß, essen dann in der Stadt zu Mittag und sind gegen 4 Uhr (zum Café) bei Ihnen. Mein Vater kann Ihre freundliche Einladung zum Mittagessen leider nicht annehmen, weil er – Rabbiner ist und nur nach jüdischen Gesetzen zubereitete Speisen genießen darf. – – Frau Feidel schreibt mir heute wieder, ich möge doch nach Mannheim kommen, nächste Woche – Mittwoch, denke ich hinzugehen und Sie erfahren dann sofort Näheres; ich bin sicher daß sich die Sache normasirt. – Hiller schreibt mir, ich möge Brahms veranlassen, ihm zu antworten: „Nachdem ich jetzt seine Angelegenheit ganz nach seinem Wunsch habe einrichten lassen, wird er hoffentlich nicht wieder anderer Meinung werden – es wäre mir höchst fatal.
Morgen Fliegender Holländer.
Ludwig und sein Principal sind miteinander zufrieden.
In fliegender Eile. Grüßen Sie Frl. Marie, Julie, Brahms und Apollo.
Auf Montag!
Immer Ihr treuergebener
Hermann Levi.

Carlsruhe 14.10.65

  Absender: Levi, Hermann (941)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  SBE: II.5, S. 468f.
 



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