19.12.2019

Briefe



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ID: 19851 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 05.10.1873
 

Liebe Freundin!
Alle die schönen Projecte sind in’s Wasser gefallen! Frl. Stehle ist gestern Abend im zweiten Akt des Lohengrin auf der Bühne ohnmächtig geworden. Die Vorstellung konnte nicht zu Ende geführt werden. Die Aerzte haben sich über die Art ihres Unwohlseins noch nicht ausgesprochen. Es geht ihr heute etwas besser, aber sie ist sehr schwach, so daß von Genoveva-Proben vorerst nicht die Rede sein kann. Sobald der Ausspruch der Aerzte vorliegt, und wir einen Plan machen können, gebe ich Ihnen Nachricht –
Ich bin sehr betrübt! –
Wenn uns Frl. Stehle überhaupt noch einmal auftritt. Ich an Stelle ihres Bräutigams würde es nicht leiden. Was wird aber dann aus Genoveva.
Ich bin sehr betrübt. –
Peters hat mir nicht geantwortet.
Haben Sie meinen vor etwa 5 Tagen abgeschickten Brief erhalten? Er kreuzte sich wohl mit Ihrer Karte, die ich heute durch Oldenburg empfing?
Das Recht, Textbücher zu drucken hängt entschieden von dem Aufführungs-Recht ab. Peters hat nur den musikalischen Verlag gekauft. Immerhin möchte ich, Peters spräche sich darüber aus.
Bitte auch meiner Tante von der Verschiebung Genoveva’s Kenntniß zu geben.
Ich bin sehr betrübt! – – – – – –
Herzliche grüssend
in treuer Verehrung
Hermann Levi

München 5. october [sic] 1873.

  Absender: Levi, Hermann (941)
  Absendeort: München
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
651f.
 

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