15.07.2019

Briefe



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ID: 19885 Brieftext


Geschrieben am: 20.11.1878
 

Liebe Frau Schumann!
Wollen Sie den Flügel an Herrn O. Halbreiter Hofmusikalienhandlung adressiren lassen!
Dann bitte ich sehr, mir die Solo-Stücke angeben zu wollen! Ich möchte gerne, daß dieselben schon auf dem grossen Zettel, welcher nächsten Dienstag gedruckt werde, ständen. Ich meine, es sieht nicht gut aus: „Klavierstücke“ vorgetr. etc.
Und dann sehn sich die Leute gerne die Sachen vorher zu Hause an. Nicht wahr? Welche Sinfonie ist Ihnen lieber – C dur oder b dur? Ich bin noch immer unter ärztlicher Controle, lebe sehr vorsichtig, wobei mir die Aufsicht meines lieben Vaters, der seit einigen Tagen hier und sich Ihnen herzlich empfehlen lässt, zu Statten kommt. Es war nur eine heftige Magenverstimmung, hervorgerufen durch den Genuß einer Lieblingsspeise (Aal). (Wenn ich nicht ganz gewiß wüsste, dass ich in Giessen geboren bin, müsste ich mich für einen Schwaben halten – die werden erst mit dem 40ten Jahre klug.)
Gestern war der 2te Abend der Tetralogie. Aber was Sie für „Spitzen“ schreiben können! „Ich soll nicht auf dem Felde der – Ehre – bleiben?
Auf schönes, herzliches Wiedersehen.
Getreu
Ihr
Hermann Levi.

20. Nov. 1878.

Bitte mir Ihre Adresse für die nächstfolgenden Tage anzugeben!
Wir können nur am Tage des Conzertes im grossen Saale probiren. Ist Ihnen das unangenehm, so werde ich es zu ändern suchen.

  Absender: Levi, Hermann (941)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: München
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 781f.
 



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