15.07.2019

Briefe



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ID: 19926 Brieftext


Geschrieben am: 21.02.1885
 

Liebe Freundin.
Das ist ja eine sehr arge Geschichte! Noch wissen wir hier kein Detail; was mich natürlich besonders bekümmert, ist die Sorge, daß Sie sich furchtbar alterirt haben, und daß es Ihnen nun künftig in Ihrem Hause nicht mehr behaglich sein wird. Ich habe bereits auf anderem Wege um nähere Nachricht gebeten, denn Sie selbst kann ich jetzt unmöglich darum angehen. Hoffentlich haben die Zeitungen übertrieben? Wenn es Ihnen in Frankfurt mit all den Mord- und Einbruchsgeschichten zu ungemüthlich wird, kommen Sie zu uns hierher! – –
Gestern hatten wir eine wirklich wundervolle Manfred-Vorstellung. Possart hat allen Uebertreibungen entsagt; zum erstenmale, seit ich ihn kenne, hat er mir imponirt, und mich gerührt. Und auch an dem Orchester hätten Sie gestern Ihre Freude gehabt! – Ich bin von meiner Kur (Schweninger) sehr angegriffen, aber ich glaube auf dem rechten Weg zu sein. Noch immer hoffe ich, diesen Sommer mit Ihnen in Berchtesgaden zu verbringen!
Frau Fiedler liegt schon wieder seit 3 Wochen! Ich habe sie gestern zum erstenmale wieder gesehen; sie sieht schrecklich durchsichtig aus. Aber der Arzt findet nichts Bedenkliches.
Aber Sie haben wohl jetzt gar Keinen Sinn, von „Anderem“ zu hören! Möge das „Eine“ sich als harmloser herausstellen, als wir nach den Zeitungen fürchteten!
Mit herzlichem Grusse Ihr
treu ergebener
Hermann Levi.

21.2.85

  Absender: Levi, Hermann (941)
  Absender-Institution:
  Absender Ort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 883f.
 



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