19.12.2019

Briefe



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ID: 20168 Brieftext


Geschrieben am: Montag 15.09.1873
 

Baden d. 15 Septbr 1873.
Lichtenthal 14

Hochgeehrter Herr,
einige Tage Abwesenheit von hier verhinderten mich Ihre an mich gerichteten freundlichen Zeilen früher zu beantworten. Ich habe, offen gestanden, nicht recht Ihre Meinung betreffs der Ueberlassung der Genovefa verstanden. Sie schreiben mir von Tantiemen aber nichts von Honorar. In Carlsruhe, Hannover, |2| Schwerin, München, Wiesbaden – überall hat man mir ein Honorar geboten und an einigen der Orte auch außerdem einen [sic] Anrecht an Tantiemen falls Solche eingeführt werden. Ich würde es nun vorziehen Ihnen das Aufführungsrecht ein für allemal gegen ein bestimmtes Honorar abzutreten, da es mit Tantiémen für mich als Frau zu umständlich ist. Berechne ich nun noch die Größe der Stadt und die Größe der Bühne, so meine ich, könnte man mir in Wien wohl ein Honorar |3| von 1 000 Gulden und für die Partitur-Copie 60 Gulden extra Vergütung bewilligen – soviel kostet eine Solche.
Wollen Sie mir unter obiger Adresse eine Antwort zukommen lassen.
Sie hier verfehlt zu haben war mir sehr leid; auch ich suchte Sie in Bellevue auf, aber Sie waren schon abgereist.
Mit freundlichsten Grüßen verbleibe ich in besonderer Hochachtung
Ihre
ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Herbeck, Johann Ritter von (672)
  Empfangsort: Wien
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 4
Briefwechsel Clara Schumanns mit Maria und Richard Fellinger, Anna Franz geb. Wittgenstein, Max Kalbeck und anderen Korrespondenten in Österreich / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Anselm Eber und Thomas Synofzik / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-015-5
566ff
 



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