19.12.2019

Briefe



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ID: 20593 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 27.03.1856
 

Düsseldorf d. 27 März 1856

Lieber Herr Concertmeister,

ich kann dem Drange, Ihnen meine innige Theilnahme an Ihrem Unglücksfall <zur> auszusprechen, nicht widerstehen. Wie sehr wir Alle erschrocken, und ich, die ich Sie noch so munter verließ, Ihre Geige noch so frisch erklingen hörte, werden Sie glauben! hätte doch die liebe Arabella einmal einige Minuten für mich, damit ich noch vor meiner Abreise erführe, wie es Ihnen geht? ob Sie nicht gar zu viel Schmerzen leiden? Und wie schrecklich leid that es mir, Sie an Ihrem Plane verhindert zu sehen, worauf Sie Sich schon gefreut hatten! ich denke immer in solchen Fällen, wer weiß, wozu es gut ist, schwer ist’s freilich, darin Trost zu finden. Nun, Gott gebe nur eine glückliche Genesung, auf daß wir im Herbst wieder musiciren können! – Grüßen Sie Ihre theuere Frau, – von Johannes soll ich Ihnen auch die innigste Theilnahme versichern. Die liebe Arabella sage mir bald ein Wort, so gut wie möglich.
Herzlichst ergeben
Ihre
Clara Schumann

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: David, Ferdinand (339)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
344f.
 



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