19.12.2019

Briefe



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ID: 20612 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 25.01.1882
 

Frkf. a/m d. 25/1 82

Geehrter Herr Scholz

wie sehr leid ist es mir, daß wir Sie am Sonnabend nicht bei uns sehen können, und auch, daß ich Ihre Fantasie nicht hören kann!wir reisen aber am Freitag Morgen nach Stuttgart, wo ich concertire, und kehren erst Mitte nächster Woche zurück.
Ich hätte Sie so gern gesehen, lieber Herr Scholz, und hätte Ihnen noch ’mal mündlich meine Theilname an Ihrem schweren Verluste ausgesprochen. Sollten Sie etwa morgen Donnerstag zu Tisch zu uns kommen können? leider nur habe ich gleich nach Tisch eine Zusammenkunft mit einem Notar, die ich nicht verlegen kann, ich könnte Sie also nur von 1½ Uhr an sehen. Sollten Sie es aber einrichten wollen zu kommen, so bitte, thelegraphiren Sie es mir. Wie ist es mir der Partitur der Fantasie? soll ich sie, im Falle Sie kommen nicht, Ernestka mit nach Mainz geben? dann bitte ich Sie aber es ihr zu schreiben, daß sie sie sich bei mir holt.
Mit leiser Hoffnung Sie doch noch zu sehen
Ihre
aufrichtig ergeb
Clara Schumann.

[Umschlag]
Herrn
Kapellmeister
Bernhard Scholz.
in
Wiesbaden.
Bierstadter Strasse 14.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Scholz, Bernhard (1392)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
92ff
 



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