25.02.2022

Briefe



Rückwärts
	
ID: 20633
Geschrieben am: Freitag 06.01.1860
 

Berlin d. 6 Jan. 1860.

Geehrter Herr,

wie sehr erschreckt war ich von Ihnen zu hören, daß Sie Ihre liebe Frau verloren! ich mußte wieder einmal denken, was doch ein Jahr Alles bringen kann, welche Schmerzen. Ein Glück ist für den Mann die Thätigkeit – sie hilft doch wenigstens etwas leichter tragen, wenn auch noch immer der Stunden genug bleiben, wo das Herz die ganze |2| Wucht des Verlustes empfindet. Ach, wer kennte wohl mehr solchen Schmerz als ich! – Daß Sie thätig waren hörte ich, Sie haben componirt, Soireen gegeben ect. Haben Sie Dank für die freundliche Aufmerksamkeit, die Sie mir durch Ihre Dedication erwiesen. Vielleicht sehe ich Sie diesen Winter noch, und dann spielen Sie mir die |3| Var. selbst vor. Ich gehe im Febr. nach Wien – sehr möglich wäre es, ich käme nach Gratz.
Seyen Sie freundlich gegrüßt von
Ihrer
ergb.
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
Empfänger: Evers, Carl (14233)
Empfangsort: Graz
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 4
Briefwechsel Clara Schumanns mit Maria und Richard Fellinger, Anna Franz geb. Wittgenstein, Max Kalbeck und anderen Korrespondenten in Österreich / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Anselm Eber und Thomas Synofzik / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-015-5
155f.

  Standort/Quelle:*) D-DÜhh, s: 74.126
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.