19.12.2019

Briefe



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ID: 20906 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 12.09.1891
 

Aigen, 12. September 1891.

Hochverehrte Frau Schumann!

Bitte, lassen Sie es sich gefallen, daß ich Ihnen wieder einmal meine herzlichen Glückwünsche zu Ihrem Geburtstage sende. Ich denke so oft an Sie u. um diese Zeit ganz besonders – doch bin ich wirklich zu bescheiden, Sie jedesmal schriftlich aufzusuchen! – Josefe erzälte [sic] mir so viel von den schönen Tagen, die sie mit Ihnen verbringen konnte u. da muß ich Ihnen einen Gruß schicken. Wie sehr ich entbehre, Sie so gar nie zu sehen, kann ich nicht umhin hier zu erwähnen – doch will ich nicht klagen! Ich habe mich ja gewöhnen müssen, viel zu entbehren u. bin wohl selbst schuld daran. Gott helfe weiter! – Alles was ich über Sie u. von Ihnen hörte, erfüllt mich mit so tiefem Mitgefühl. Gott schütze und stärke Sie! Sie sind ja ein so herrliches Wunder der Natur, daß auch jetzt Ihre Kraft ein vorübergehendes Leiden besiegen wird. Ihre Zeit ist kostbar u. ich will sie Ihnen nicht länger rauben.
In treuer Verehrung
Ihre
Amalie Joachim

  Absender: Joachim, Amalie (771)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1429
 



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