19.12.2019

Briefe



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ID: 21044 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 21.07.1885
 

Wildbad-Gastein d. 21 Juli 85

Liebe, Theuere,

das ist ja die schönste Lösung, wenn der verehrte Hildebrand nach Frkf. kommt. Ich hatte an diese Möglichkeit gar nicht gedacht, sonst hätte ich es selbst vorgeschlagen. Gewiß bin ich dann auch frischer als jetzt, unmittelbar nach der Cur, dann kann er sich auch mehr Zeit nehmen, lieber öftere Sitzungen und dann kürzere bestimmen, was jedenfalls besser wäre, weil ich bei langen Sitzungen so leicht sehr abgespannt werde, ect. ect. Ueber alles Weitere sprechen wir uns ja bald! – Wir denken am 1ten Aug. in B. anzukommen, und am 2ten zu Ihnen zu fahren. Ich hoffe doch daß wir in B. Nachtlager finden, Frank will so freundlich sein uns Logie zu bestellen. Ueber Freund Levi sprechen wir uns, und dann wollen wir recht gemüthlich plaudern! Es geht mir seit gestern besser – leider müssen wir morgen noch umziehen! aber wir bleiben im selben Hause.
Addio, Sie Lieben Alle!
Dank für alle Ihre Bemühungen.
In alter Treue
Ihre
Clara Schumann.

Marie grüßt sehr, Eug. schreibt noch nicht sehr erbaut v. ihrem Aufenthalt. Von W. hatte ich vor einigen Tagen Brief, u. sofort ist mein Schreiben an Härtels abgegangen – ich bin sehr gespannt. Ich habe ihnen übrigens einen Theil (d. h. 2/3) der Briefe zur Ansicht geschickt! wir haben sie noch ’mal genau durchgegangen, es giebt doch noch viel daran zu thuen, hauptsächlich im Entziffern. Leider habe ich die Originalbriefe z. Hause verschlossen, muß sie nun erst wieder heraussuchen lassen. Es fehlen doch viele Worte. – Ich schicke Heyse’s Brief u. den Wach’s nicht erst – wir sehen uns ja hoffentlich bald – ach, wie klingt das so schön! –

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Wildbad Gastein
  Empfänger: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
597f.
 



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